Wissenswertes über Haarseifen

Umweltschutz, Naturseife
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Womit wäschst Du Deine Haare?
Die meisten würden diese Frage mit „Shampoo“ beantworten. Man hat sich daran gewöhnt, es ist bequem und wird durch die Werbung gut angepriesen. Wenige fragen sich dabei, woraus die industriell gefertigten Haarwasch- und Haarpflegemittel bestehen. Zum grössten Teil sind es synthetische Tenside, die sehr gut schäumen und zuverlässig Fett und Schmutz entfernen. Allerdings trocknen diese künstlichen Zusätze die Haare und die Kopfhaut aus. Dabei reagieren Haare und Kopfhaut bei jedem unterschiedlich. Entweder werden die Haare tatsächlich trocken, dünn und brüchig oder sie fetten, aufgrund eines Schutzmechanismus, stark nach. …. und schon benötigt man zusätzliche – natürlich wieder synthetische – Pflegemittel! Es ist ein geschlossener Kreis, in dem man die Probleme mithilfe des eigentlichen Verursachers zu bekämpfen versucht. Nicht zuletzt sollte man bedenken, dass die Shampoos auch zur Umweltverschmutzung beitragen. Zum einen mit den synthetischen Inhaltstoffen, aber auch mit der Verpackung.

 

Es gibt aber viele Alternativen dazu! Natürliche Waschmittel, die man schon seit Jahrhunderten benützt hat (z.B. Rhassoulerde, Senfpulver, Kefir, Eigelbe etc.), handgemachte flüssige Naturshampoos oder eben ein festes Naturshampoo – die Naturhaarseife.

 

Die handgemachten Haarseifen werden auf die gleiche Art und Weise wie die Hand- bzw. Duschseifen zubereiten. Die Rezepte unterscheiden sich aber etwas, denn die Haare und die Kopfhaut vertragen nicht alle Öle bzw. nicht in der gleichen Konzentration wie der restliche Körper. Ausserdem gibt es ergänzende Zutaten oder bestimmte ätherische Öle, die z. B. den Haarglanz oder eine Antischuppenwirkung unterstützen. Auch die Überfettung (= Anteil der unverseiften Öle) wird bei den Haarseifen niedriger gewählt.

Naturhaarseife
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Was soll man beachten, wenn man auf Naturhaarseifen umsteigen will?

 

Nach jahrelanger Benützung der künstlichen Tenside, haben sich unsere Haare und Kopfhaut daran „gewöhnt“. Es kann also eine Umstellungsphase geben, in der man sich evtl. nicht ganz wohl fühlt. Diese Phase kann bis zu 2-3 Monaten dauern. Sie kann aber ganz ausbleiben.

 Des Weiteren ist zu beachten, dass man je nach persönlicher Veranlagung bestimmte Öle/ Fette in den Haarseifen nicht verträgt – die Haare fühlen sich matt und klebrig an. Man kann dann diese Seife aber weiter als Hand- oder Duschseife benützen.

 

Wie benützt man die Haarseife richtig?

 

Die Haare mit lauwarmem Wasser gut nass machen. Die Seife direkt auf der Kopfhaut oder in den Händen gut aufschäumen, einige Zeit die Kopfhaut massieren, mit lauwarmen Wasser komplett ausspülen. Es kann auch von Vorteil sein, den Vorgang zwei Mal durchzuführen. Das erste Mal mit wenig Seife, kurz ausspülen und das zweite Mal dann ordentlich.

Bei den Haarseifen wird gewöhnlich eine saure Rinse als Haarspülung nach der Wäsche empfohlen*. Ich arbeite aber eine passende Menge an Zitronensäure direkt in die Haarseifen ein, was zum selben Ergebnis führt. Man kann aber durchaus ab und zu ergänzend die saure Rinse verwenden.

 

Da man eher wenig feste Fette für die Herstellung der Haarseifen nehmen kann, ist es umso wichtiger, die Naturhaarseifen stets trocknen zu lassen!

 

Wenn Du Fragen hast, schreibe mich gerne per Kontakt an!

Haarseife, naturseife, Umweltschutz
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Und hier noch einige Tipps für schöne Haare!

 

7 TIPPS ZUR HAARWÄSCHE

 

1. Haare VOR der Wäsche gründlich ausbürsten.

2. Haare nass machen. Gut einseifen.

3. Lauwarmes bis kühles Wasser benützen.

4. Kopfhaut waschen, nicht die Haare.

5. Seife kühl und gründlich ausspülen.

6. Haare behutsam trocknen.

7. Nasses Haar nicht bürsten (wenn, dann mit einer Holzbürste mit runden Zähnen)

*Der höhere ph- Wert der Seife lässt den Haarschaft stärker aufquellen als handelsübliche Shampoos. Durch die Verwendung einer sauren Spülung wird ph- Wert wieder gesenkt und die Schuppenschicht erneut aufgelegt. Zusätzlich verhindert eine saure Rinse die Bildung von Kalkseife, die sich sonst als weisse Flocken auf den Haaren ablegen und sie stumpf wirken lassen kann.  Für die Herstellung benötigt man einen Liter Leitungswasser, der mit einem Zusatz sauer eingestellt wird. Diese Menge reicht für eine Anwendung: 1-2 EL Zitronensaft (frisch oder „Plastikzitrone“) oder (Apfel-) Essig auf einen Liter Wasser. Wer mag, gibt noch 1 TL Honig dazu. Kann, muss aber nicht, ausgespült werden.